Was hat das Mittelalter nur aus uns gemacht?

Burgentour 2026 – Koblenz Samstag

Der Kopf tut weh, was für ’ne Nacht.

Was hat Koblenz nur aus uns gemacht?“

Ganz ehrlich: Genau dieses Gefühl beschreibt das vergangene Wochenende in Koblenz wahrscheinlich am besten. Nachdem sie bereits am Freitag ordentlich vorgelegt hatten, setzten unsere sechs Lieblingsmusiker am Samstag dem Ganzen noch die Krone auf. Als die ersten Töne von „Ich habe keine Angst“ erklangen, gab es kein Halten mehr. Die Menge explodierte förmlich und binnen von Sekunden verwandelte sich die alte Festung zu einem brodelnden Hexenkessel aus Dudelsäcken, erhobenen Händen und einer Gemeinschaft, die bereit war, für eine Nacht alles hinter sich zu lassen.

Ein besonderes Highlight war wieder das Akustikset. Die Spielleute auf dem kleinen Steg einmal aus nächster Nähe erleben zu können, sorgte bereits für Gänsehaut. Doch damit nicht genug: Falk und Alea setzten bei „Was wollen wir trinken“ kurzerhand zu einer spontanen Tanzeinlage an und brachten damit das gesamte Publikum in Bewegung.

Es waren diese kleinen Momente zwischendurch, die diesen Abend so besonders gemacht haben. Während der Show traten nicht nur die üblichen Verdächtigen immer wieder nach vorne, um zu feiern, sondern sogar jene, die sonst lieber im Hintergrund die Saiten sprechen lassen. Vor allem unser Lieblingsbassist sorgte bei „Mittelalter“ für beste Unterhaltung, als sogar er spontan das Tanzbein schwang.

Zwischen all der Energie der Show gab es aber auch einen stilleren, emotionalen Moment, als Alea bei der Ankündigung zu „Für immer jung“ persönliche Worte an einen guten Freund richtete. Ein Augenblick, der nicht nur die beiden sichtbar bewegte.

Am Ende kann man sagen, dass genau das zurück blieb, was ein Saltatio Mortis Konzert so besonders macht: müde Beine, heisere Stimmen und das Gefühl, einen dieser Abende erlebt zu haben, die noch lange nachhallen.

Oder um es mit den Worten vom Anfang zu sagen: Der Kopf tut weh. Aber genau so muss sich ein gelungener Konzertabend anfühlen.

Copyright Fotos by Dagmar Leischner